Nachrichten

Durch Arbeitsunterbrechung nachhaltend gestört

Oft kommt es vor, dass wir in unserer Tätigkeit – sei es im Beruf oder im Familienalltag – unterbrochen werden. Was bedeutet das für unsere Leistung und unsere Aufmerksamkeit, wenn wir die Arbeit anschließend weiterführen wollen?

Wissenschaftler kamen im Rahmen einer Studie des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung zu dem Ergebnis, dass Menschen höheren Lebensalters stärker von einer Arbeitsunterbrechung beeinträchtigt werden als jüngere Menschen. Ihre Leistung leidet demnach mehr darunter und es fällt ihnen schwerer, dieses Defizit wieder aufzuholen.

Im Verlauf der Studie erhielten die Teilnehmer Gedächtnisaufgaben, bei denen sie zwischenzeitlich mit der Beantwortung einfacher oder etwas anspruchsvollerer Rechenaufgaben „gestört“ wurden. Um diese Situation erfolgreich zu meistern, speichert unser Arbeitsgedächtnis die relevanten Informationen zur ursprünglichen Aufgabe kurzfristig ab, damit sie nach der Unterbrechung schnell wieder abrufbar sind. Dieses gelingt entsprechend dem Studienergebnis den jüngeren Menschen besser als den älteren.

Im jüngeren Alter also können wir demnach externe Reize, die uns veranlassen, unsere Arbeit zu unterbrechen, besser wegstecken und umgehend wieder vergessen. Sehr schnell können wir unsere ursprüngliche Arbeit somit wieder effektiv weiterführen. Im höheren Alter hinterlässt diese Unterbrechung jedoch größere Spuren, unabhängig davon, ob der Anlass zur Unterbrechung und die entsprechenden Informationen wichtig oder eher unwichtig waren.

Das Gedächtnis hängt also länger an dieser Unterbrechung fest und blockiert damit gewisse Funktionen des Arbeitsgedächtnisses, um die ursprüngliche Tätigkeit hoch konzentriert wieder aufzunehmen. Die Wissenschaftler konnten dafür im Gehirn entsprechende Anzeichen nachweisen.

Rösner, M. et al. Aging impairs primary task resumption and attentional control processes following interruptions
Behavioural Brain Research 7/2022