Der regelmäßige Konsum zuckerhaltiger Getränke in Kindheit und Jugend könnte langfristige Folgen
für die Gesundheit haben. Eine große Langzeitstudie zeigt: Vor allem Softdrinks (z. B. Limonade)
und Fruchtsäfte stehen mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck im Erwachsenenalter in
Verbindung. Ganze Früchte hingegen scheinen diesen Effekt nicht zu haben. Für die Untersuchung
wurden Daten von rund 25.700 Kindern und Jugendlichen ausgewertet, die über viele Jahre bis ins
Erwachsenenalter begleitet wurden. Die Teilnehmenden machten regelmäßig Angaben zu
Ernährung, Lebensstil und Gesundheit. Insgesamt dauerte die Beobachtung bis zu 25 Jahre. In
dieser Zeit entwickelten etwa 1.600 Personen Bluthochdruck.
Die Auswertung zeigte, dass der gesamte Fruktosekonsum allein nicht eindeutig mit einem
erhöhten Risiko verbunden war. Entscheidend war vielmehr die Quelle des Zuckers. Besonders
deutlich zeigte sich ein Zusammenhang bei zuckergesüßten Getränken: Jugendliche, die häufig
Softdrinks tranken, hatten im Erwachsenenalter ein um rund 50 % höheres Risiko für Bluthochdruck
als Personen mit sehr geringem Konsum. Auch bei Fruchtsäften war das Risiko erhöht, wenn auch
etwas weniger stark ausgeprägt.
Anders sah es bei ganzen Früchten aus: Ihr Verzehr war nicht mit einem höheren Blutdruckrisiko
verbunden. Tendenziell deuteten die Daten sogar auf einen möglichen schützenden Effekt hin,
dieser war jedoch nicht eindeutig abgesichert. Die Wissenschaftler berechneten außerdem, wie sich
einzelne Getränke ersetzen lassen. Wurde eine Portion Softdrinks pro Tag durch Wasser, Milch oder
ganze Früchte ersetzt, sank das Risiko für Bluthochdruck deutlich: je nach Ersatz um etwa 9 bis 22
%. Besonders groß war der Vorteil, wenn Fruchtsaft durch ganze Früchte ersetzt wurde.
Die Ergebnisse sprechen dafür, dass nicht nur die Menge an Zucker entscheidend ist, sondern auch
die Form, in der er konsumiert wird. Zuckerhaltige Getränke liefern schnell viel Energie, ohne zu
sättigen, während ganze Früchte durch Ballaststoffe und ihre natürliche Struktur anders auf den
Körper wirken. Die Studie unterstützt damit aktuelle Ernährungsempfehlungen, schon in jungen
Jahren den Konsum von Softdrinks und Fruchtsäften zu begrenzen und stattdessen Wasser und
unverarbeitete Lebensmittel zu bevorzugen. Ziel ist es, das Risiko für Bluthochdruck und damit
verbundene Herz-Kreislauf-Erkrankungen langfristig zu senken.
Ngyen, M. et al.
Consumption of Fructose-Containing Food and Beverage Sources in Childhood Through to
Adulthood and Risk of Hypertension: A Prospective Cohort Study
Circulation 6/2026
