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Betriebsmedizin

Dr. med. Wolfgang Kerling
Betriebsarzt & Internist

Betriebsmedizinisches
Institut Kevit

Wallensteinstr. 26
90439 Nürnberg

Telefon: 0911 616 0384
Telefax: 0911 6160374
E-Mail: drkerling@t-online.de

 

Gedächtnisveränderungen im Alter: Frühhinweise auf Demenz?

Viele ältere Menschen bemerken gelegentlich Veränderungen ihrer Merkfähigkeit, etwa wenn Namen, Termine oder alltägliche Informationen schwerer abrufbar sind. Solche subjektiv erlebten Gedächtnisprobleme kommen häufig vor und sind nicht automatisch ein Hinweis auf eine beginnende Demenz. Eine aktuelle Untersuchung hat nun analysiert, ob bestimmte Formen dieser Wahrnehmungen mit einem erhöhten Risiko für Alzheimer zusammenhängen. Grundlage waren Daten von rund 19.000 Menschen ab 60 Jahren aus Deutschland und Großbritannien.

Im Mittelpunkt der Auswertung stand das sogenannte „SCD Plus“-Konzept. Damit werden Gedächtnisveränderungen beschrieben, die Betroffene selbst wahrnehmen, obwohl standardisierte Gedächtnistests zunächst keine Auffälligkeiten zeigen. Dazu gehören beispielsweise zunehmende Vergesslichkeit im Alltag, eigene Sorgen um die kognitive Leistungsfähigkeit oder auch Hinweise von Angehörigen auf Veränderungen. Etwa 40 % der untersuchten Personen erfüllten diese Kriterien.

Im Ergebnis zeigte sich, dass subjektive Gedächtnisprobleme häufiger bei Menschen auftreten, die bereits bekannte Risikofaktoren für Demenz aufweisen. Dazu zählen insbesondere Depressionen, Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie frühere Schlaganfälle. In einzelnen Datensätzen wurden zusätzlich Zusammenhänge mit Schlafstörungen, Hörproblemen und geringer körperlicher Aktivität festgestellt. Umgekehrt berichteten Personen mit besserer geistiger Leistungsfähigkeit seltener über solche Beschwerden.

Gleichzeitig betonen die Forschenden, dass subjektive Gedächtnisprobleme allein kein verlässlicher Hinweis auf eine spätere Demenz sind. Sie können unterschiedliche Ursachen haben und lassen keine direkten Rückschlüsse auf eine Erkrankung zu. Vielmehr handelt es sich um ein vielschichtiges Phänomen, das im Zusammenhang mit verschiedenen gesundheitlichen und psychosozialen Faktoren steht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die SCD-Plus-Kriterien möglicherweise helfen könnten, frühe Veränderungen der kognitiven Gesundheit besser zu erfassen. Da solche Angaben vergleichsweise einfach zu erheben sind, könnten sie künftig eine ergänzende Rolle in der Früherkennung spielen. 

Andrea, E. Zülke, et.al.
Prevalence and associated factors of subjective cognitive decline (SCD Plus): a cross-sectional analysis of three populationbased European cohorts
Alzheimer's Research & Therapy 5/2026

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